Die Geschichte der Calvary Chapel Siegen

     Im "Europäischen Bericht" der "Greater Europe Mission" wird darauf hingewiesen: "Es gibt tatsächlich noch viele Städte und Dörfer in Europa, die noch nicht vom Evangelium erreicht wurden. Schätzungsweise 250.000 Städte und Dörfer in ganz Europa haben noch keine Gemeinde, die das Evangelium predigt. In diesen Orten sollen hauptsächlich neue Gemeinden gegründet werden."

     Dieser Ruf, neue Gemeinden zu gründen, wird von der Calvary Chapel Siegen ausgeführt. Sie ist ein Dienst an allen Generationen. Die Vision, die Pastor Nick für Deutschland hat, reicht zurück bis zu seiner ersten Missionsreise im Jahre 1984. Nachdem er 1987 mit seiner Familie (seiner Frau Sue und den Töchtern Angelina und Amy) zum dritten Mal diese Gegend besuchte, gab der Herr ihm ein Herz für die Menschen, die hier leben. Als die Familie Long sah, dass so viele junge Menschen offen waren für ihre einfache Botschaft des Evangeliums und sie keinen Ort hatten, an dem ihr Hunger gestillt wurde, folgten sie dem Ruf Gottes, eine Gemeinde zu gründen und das Wort zu predigen.

     Im Jahre 1988 zog Familie Long während eines Einsatzes der Calvary Chapel Seattle nach Siegen, um ihr neues Abenteuer zu beginnen. Nach ihrem Umzug wollten sie ihre Pläne für eine Gemeindegründung sofort in die Tat umsetzen, aber der Herr hatte andere Pläne. "Denn wer könnte in das Haus eines starken Mannes eindringen und ihn berauben? Man müsste ihn erst fesseln, und dann könnte man ihm etwas wegnehmen." Matthäus 12, 29.

     Gemeinsam mit einer anderen Familie aus Seattle begannen sie über einen Zeitraum von neun Monaten, täglich für ihre Stadt zu beten. Zweimal in der Woche trafen sie sich zum Beten an zwei bedeutenden Standorten - am Schlossplatz der Stadt und auf dem Schlackeberg am Ende der Stadt, der noch an die alten Zeiten des Bergbaus in Siegen erinnert. Nach Monaten des Betens begannen sie, gemeinsam mit Teams, die aus den Staaten kamen, an den Berufsschulen Theaterstücke und Musikeinsätze aufzuführen. Sie erzählten von Jesus, warteten aber mit evangelistischen Aufrufen bis zum Konzert am Freitagabend, welches sie die ganze Woche über in den Schulen angekündigt hatten. Bei dem Konzert wurden diejenigen, die den Herrn als ihren persönlichen Retter annahmen und alle anderen auch zu ihren Bibelstunden eingeladen, die zu jener Zeit noch am Schlossplatz stattfanden. Im Winter trafen sie sich zu Hause in ihrer Wohnung. Die Gruppe wurde immer größer, und so begannen sie, für einen Treffpunkt im Zentrum der Stadt zu beten. Der Herr erhörte ihre Gebete, und sie erwarben schließlich den obersten Stock einer alten Bahnhofsstation, um "die Gemeinde" zu beginnen. Nach einiger Zeit erwarben sie noch mehr Räume und rissen Wände heraus, um ihren wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Eine angrenzende Coffeebar diente als Anknüpfungspunkt zwischen den Berufsschulen und der Gemeinde.

     Nach 14 Jahren vieler Gebete, Ausdauer und der Versuchung, alles aufzugeben, können sie jetzt viel Frucht sehen. Bereits schon einmal umgezogen, ist ihr jetziges Gebäude auch wieder zu klein. Deshalb wird im Moment ein neues Gemeindehaus geplant, in welches sie dann im Laufe des Jahres 2003 einziehen möchten. Sonntags ist der Gottesdienstraum mit seinen 300 Plätzen an allen vier Gottesdiensten gefüllt. Es gibt zwei Gottesdienste Morgens und zwei Abends. Die Calvary Chapel Siegen zeichnet sich durch die gleichen Stärken aus, die in der ersten Gemeinde zu finden waren - das Wort Gottes, die Gemeinschaft, das Gebet und das Abendmahl. Was früher mal eine Gemeinde war, die nur von Jugendlichen besucht war, erreicht sie jetzt Menschen aller Altersgruppen. Es ist nicht ungewöhnlich, drei Generationen aus einer Familie zu sehen, die gemeinsam den Herrn anbeten.

     Es ist der Wunsch von Pastor Nick, Gottes Reich in Europa und letztlich auch in der ganzen Welt aufzubauen, indem er Christen ausrüstet und ausbildet, um neue Gemeinden zu gründen. Das ist auch ein großer Teil der Vision der Calvary Chapel Bibelschule, die mit der Gemeinde in Siegen verbunden ist. Der Wunsch ist einfach nur das weiterzugeben, was wir selbst gelernt haben. Pastor Nick: "Wir machen nichts Neues. Wir tun nur das, was wir bei unserem Pastor gesehen haben. Danke, Wayne!"

     Pastor Nick und seine Frau Sue: "Wir staunen darüber, was Gott über die Jahre getan hat. Es ist nicht einfach über Nacht passiert. Wir sehen jetzt, wie weise es war, die ersten neun Monate nur zu beten. Der Herr hat die Arbeit langsam voranschreiten lassen und hat ein Fundament gebaut, das andauern und den bevorstehenden Stürmen standhalten würde. Wir sind dem Herrnso dankbar, dass wir hier sein dürfen. Es ist ein Vorrecht, dem Herrn in Deutschland zu dienen."